//Genderinklusive Sprache leicht gemacht!

Genderinklusive Sprache leicht gemacht!

Er, sie, divers – Genderinklusive Sprache leicht gemacht.

Eine Person ansprechen aber wie? Ob im Job, oder beim Dating – genderinklusiv kommunizieren leicht gemacht.

Im November 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass eine dritte Option bei der Geschlechterwahl im Personenstandregister einzuführen sei. Männlein und Weiblein erhalten ein Geschwisterchen in Form des Begriffes „divers“. Aber wie spricht man dieses Geschlecht in der Realität an?

1. Einstieg

„Gendern“ = ein häufig verwendeter Begriff, der nur einen Teil der Herausforderung betrachtet. Das generische Maskulinum (ein „neutrales“ maskulines Wort) stellt keine genderneutrale Form der Kommunikation dar. Daher wird beim Gendern immer auch die feminine Form des Begriffes in den Text inkludiert. Dabei werden allerdings Personen ausgeschlossen, die sich nicht in der binären Geschlechterordnung positionieren können.

„Genderinklusive Sprache“ = bedeutet sämtliche Geschlechter zu betrachten und einzuschließen. Menschen, die nicht als Frau oder Mann zu bezeichnen sind (z.B. queer/inter*/trans*), werden dennoch Teil der neuen Schreibweise, indem man ihnen wortwörtlich Platz einräumt.

2. Wie geht es richtig?

Das wurde noch nicht final definiert, hängt aber vor allem mit der Einstellung Ihres Unternehmens zu diesem Thema zusammen. Vereine und Verbände, die sich mit genderinklusiver Kommunikation befassen (z.B. Bundesverband der Trans*, TransInterQueer e.V.), geben Empfehlungen ab, wie man qualifiziert und vor allem nicht diskriminierend kommuniziert.

Schritt 1: Bei der Unsicherheit, wie eine Person angesprochen werden möchte, die Person selbst nach ihrem Wunsch fragen (sowohl im Gespräch, als auch schriftlich).

Schritt 2: Bei schriftlicher Kommunikation, oder auch in Drop Down Menüs, immer eine Alternative zu den Standards anbieten. (Die Anrede mit „Herr/Frau“ fällt ggf. weg / Wortneuschöpfungen sind willkommen.)

Weder die Bundesregierung, noch der Duden haben eine Richtlinie für genderinklusive Kommunikation veröffentlicht.

3. Geschlecht und Geschlechtsidentität

Das Geschlecht ist die tatsächliche biologische Ausprägung der Organe, also die Anatomie des Menschen: Männlich, weiblich und divers/inter*. Bei der „dritten Option“ handelt es sich demnach um eine Sammelkategorie für die Vielfalt an biologischen Geschlechtern. Sie sind nicht eindeutig männlich oder weiblich und rangieren in dem Spektrum dazwischen.

Die Geschlechtsidentität hingehen spiegelt den emotionalen Faktor, also die Wahrnehmung des eigenen Geschlechtes eben jener Person wider. Die unzähligen Varianten werden übergeordnet in queer, trans* und inter* zusammengefasst.

1) Die Studie verwendet mit dem Unterstrich den sog. Gender_Gap nach Hermann (2003), um durch die Lücke einen geschlechtlichen Möglichkeitsraum zwischen/jenseits/außerhalb von weiblich und männlich sprachlich zum Ausdruck zu bringen.

2) Der Asterisk [*] (oder: Sternchen) in Inter* oder Trans* ist ein der Computersprache entlehnter Versuch, jede auf Geschlecht rekurrierende Wortendung (bspw. in transgender, inter-geschlechtlich etc.) zu ersetzen, um sämtliche Identitätsformen zu berücksichtigen und damit nicht zuletzt auch diejenigen Personen zu adressieren, die sich einer geschlechtlichen Zuordnung entziehen wollen.

4. Beispiele

Persönliche Ansprache (verbal und schriftlich)

Neutral

  • Guten Tag (Vorname Name)
  • Sehr geehrtes Team/Publikum/Kollegium
  • Sehr geehrte Führungskräfte, Beschäftigte, Tagungsteilnehmende, Anwesende
  • Liebe Gäste

Persönlich

  • Liebe_r (Vorname Name)
  • Sehr geehrte_r (Vorname Name)
  • Lieb* (Vorname Name)
  • Sehr geehrt* (Vorname Name)
  • Liebe*r (Vorname Name)
  • Sehr geehrte*r (Vorname Name)

Unser Fazit:

Es ist keine Schande sich unsicher zu sein, bei einem so sensiblen Thema, aber es gibt auch keinen Grund nicht einfach in die Offensive zu gehen. Machen wir es doch einfach wie Kinder #einfach nachfragen.

Wir haben für Sie noch weitere Fakten und Beispiele in einem Leitfaden zusammengestellt.

LEITFADEN DOWNLOADEN

Und wenn Sie noch weiter stöbern möchten, das Gender Wörterbuch liefert Antworten.

GENDER WÖRTERBUCH
By | 2020-01-09T18:49:25+01:00 Januar 9th, 2020|Allgemein|0 Comments

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